Meine Mitarbeiter machen nicht, was ich sage
Freitag hast du es gesagt. Montag ist es nicht passiert.
Nicht zum ersten Mal. Du stehst in der Halle, siehst die Palette, die immer noch dort steht, wo sie nicht hingehört, und denkst den Satz, den du seit Monaten denkst: Meine Mitarbeiter machen nicht, was ich sage.
Bevor du die nächste Ansage machst, lauter als die letzte: Dreh den Satz einmal um.
Warum kommt nicht an, was ich sage?
Weil deine Ansage nicht allein ist.
Am Freitag hast du drei Dinge angesagt. Am selben Nachmittag hat ein Kunde angerufen und ein viertes verlangt, dringend natürlich. Der Vorarbeiter hat ein fünftes vorgezogen, weil das Material dafür schon da war und die Kolonne sonst gestanden wäre. Dein Monteur hat am Montag also nicht deine Ansage ignoriert — er hat aus fünf konkurrierenden Prioritäten eine gewählt.
Er hat geraten. Und du wertest sein Raten als Ungehorsam.
„Dann soll er halt nachfragen", sagst du. Stimmt. Nur: Die letzten drei, die nachgefragt haben, haben ein „Muss ich dir das wirklich erklären?" kassiert. War nicht böse gemeint, du warst im Stress. Gemerkt haben sie es trotzdem. Seither raten sie lieber — raten gibt keine Watsche.
Das Problem sitzt nicht in der Halle. Es sitzt in dem Raum, in dem die Ansagen entstehen.
Was kostet mich das Raten?
Rechnen wir es an einem Betrieb mit 35 Leuten durch. Jeder verliert pro Tag 15 Minuten durch Unklarheit: warten, bis wer erreichbar ist, nachfragen, etwas doppelt anfassen, etwas zurückbauen. Bei 42 € Vollkosten pro Stunde sind das 367 € pro Tag. Auf 215 Arbeitstage gerechnet: rund 79.000 € im Jahr.
Da ist noch keine einzige echte Nacharbeit drin. Kein falsch gesetztes Fenster, keine zweite Anfahrt, kein Kunde, der beim nächsten Projekt woanders anfragt.
Diese 79.000 € heißen Führungsreibung. Sie stehen auf keiner Rechnung und in keiner BWA — und genau deshalb zahlst du sie jedes Jahr wieder, ohne es zu beschließen.
Woran erkenne ich, dass es an mir liegt?
Frag heute drei Leute, was auf ihrer Baustelle gerade das Wichtigste ist. Kriegst du drei verschiedene Antworten, hast du deine Diagnose. Nicht die Leute sind uneinig — dein Betrieb hat keine Reihenfolge.
Und zähl ehrlich mit, wie viele Dinge du in einer Woche zur Chefsache machst. Wenn es fünf sind, entscheiden deine Leute selbst, welche davon zählt. Sie müssen ja. Irgendwer muss die Reihenfolge festlegen, und wenn du es nicht tust, tut es der Zufall: das Telefon, das zuletzt geläutet hat, oder das Material, das zufällig am Platz liegt.
Das ist der unangenehme Teil. Der Satz „Meine Mitarbeiter machen nicht, was ich sage" ist fast immer die halbe Wahrheit. Die ganze lautet: Sie können nicht wissen, was von dem, was du sagst, gerade gilt.
Was ändere ich ab morgen?
Eine Ansage pro Woche, die wirklich gilt. Ausgesprochen, aufgeschrieben, am Montag nachgehalten — am selben Ort, zur selben Zeit, vor denselben Leuten. Alles andere ist in dieser Woche zweite Reihe, und das sagst du dazu.
Und wenn einer nachfragt: Antwort statt Augenrollen. Jede Nachfrage kostet dich zwei Minuten. Jedes Raten kostet dich einen Teil von den 79.000 €.
Das ist unbequemer, als lauter zu werden. Lauter geht sofort. Klarheit kostet dich zehn Minuten Vorbereitung, bevor du redest — statt zwanzig Ansagen im Vorbeigehen, die einander gegenseitig aufheben.
Wenn du wissen willst, wo in deinem Betrieb das Raten anfängt und was es dich konkret kostet: Dafür gibt es die Klarheits-Session. 60 Minuten, 199 €. Wir rechnen deine Führungsreibung in Euro durch, und du gehst mit den zwei Stellen raus, an denen du zuerst ansetzt.
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